MINDFULNESS & KOMMUNIKATION

Welche Rolle spielt Kommunikation in deiner Achtsamkeits-Praxis? Und welche Rolle spielt Achtsamkeit in deiner Kommunikation? Hast du dir diese Fragen schon einmal bewußt gestellt, schon einmal konzentriert darüber nachgedacht?

Die aktuell auf Wikipedia verfügbare Definition von Kommunikation lautet:

Kommunikation (lat. communicatio, ‚Mitteilung‘) ist der Austausch oder die Übertragung von Informationen.

„Information“ ist in diesem Zusammenhang eine zusammenfassende Bezeichnung für Wissen, Erkenntnis, Erfahrung oder Empathie. Mit „Austausch“ ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen gemeint; „Übertragung“ ist die Beschreibung dafür, dass dabei Distanzen überwunden werden können, oder es ist eine Vorstellung gemeint, dass Gedanken, Vorstellungen, Meinungen und anderes ein Individuum „verlassen“ und in ein anderes „hineingelangen“. (...) (Quelle: Wikipedia)

Es gibt eine Vielzahl von Modellen und Theorien, die versuchen, das Thema Kommunikation für uns greifbarer und verständlicher zu machen und uns helfen wollen, unsere Kommunikation zu verbessern. Wir alle kennen das "Eisberg"-Prinzip bezüglich der Verteilung der verbalen und nonverbalen Anteile an der Kommunikation. Eine andere Sichtweise ist das "Sender-Empfänger-Modell" oder auch die Integration von verschiedenen Aspekten der Kommunikation im Kommunikationsquadrat bei Schulz von Thun (Sender-Empfänger / Sach-Beziehungsebene / Selbstkundgabe, Äußerung & Appell). Die gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg empfiehlt, in 4 Schritten zu kommunizieren:

  1. Beobachtung
  2. Gefühl
  3. Bedürfnis
  4. Bitte

 

Fest steht: "Wir können nicht nicht kommunizieren." Paul Watzlawick

 

Wie kann Achtsamkeit unsere Kommunikation verbessern?

Das Üben und Praktizieren einer achtsamen Haltung kann unsere Kommunikationsfähigkeit auf vielen Ebenen verbessern. Zunächst einmal - unabhängig von unserer Rolle (Sender / Empfänger / Beobachter) in der Kommunikation und den Inhalten - hilft die durch Achtsamkeit geprägte Haltung dabei, die Rahmenbedingungen für das Gelingen der Kommunikation zu verbessern.

 

  • ENTSPANNUNG. Durch das Praktizieren von Achtsamkeit lernen wir, wie wir besser mit Stress umgehen können und uns auch vor bzw. in schwierigen Situationen entspannen können. Dies können wir nutzen, um uns gezielt vor wichtigen Gesprächen zu entspannen. Im negativen Fall würde sich unsere eigene Anspannung und unser Stress in der Kommunikation leicht auf unsere Gesprächspartner übertragen. Also, reserviere dir 3-5 Minuten für deine Entspannungsübung vor wichtigen Gesprächen. Manchmal tun es auch 3 tiefe Atemzüge mit geschlossenen Augen. 

Tipps für achtsames Zuhören

  1. Sei offen, neugierig und konzentriert. Mach deinen Kopf frei von deinen eigenen Gedankenströmen und konzentriere dich auf das, was dein Gesprächspartner dir sagt (auf allen Ebenen). Halte Augenkontakt und bleibe dadurch in Verbindung mit deinem Gesprächspartner.
  2. Bewerte nicht. Nimm die Informationen auf und frage nach, falls du etwas nicht verstehst. Treffe keine Annahmen darüber, was dein Gesprächspartner gemeint haben könnte. Frage so lange nach, bis du es verstanden hast. Um sicher zu gehen, kannst du das Gesagte in deinen eigenen Worten wiederholen. Jeder hat ein Recht auf seine Meinung und das eigene Problem. Bleibe in engem Kontakt mit dir selbst, damit du feststellst, was das Gesagte oder auch die nonverbalen Signale bei dir auslösen. Vermeide Projektionen.
  3. Schaffe eine vertrauensvolle Gesprächsatmosphäre. Den meisten Menschen fällt es leichter, sich mitzuteilen, wenn sie dies in einer angenehemen und durch Respekt und Vertrauen geprägten Atmosphäre tun können.
  4. Sei empathisch. Versetze dich in die Situation deines Gesprächspartners. Versuche die Argumente und Sichtweisen aus seiner/ihrer Perspektive zu sehen. Nimm wahr, wie sich dein Gesprächspartner gerade fühlt. Dies kannst du z.B. oft an nonverbalen Signalen erkennen.
  5. Lächle. Ein offenes Lächeln ist die schönste Einladung zu einem Gespräch. Selbst dann, wenn das Thema kritisch sein mag.

Tipps für Achtsames Kommunizieren

  1. Baue ein Verbindung auf. Fall nicht mit der Tür ins Haus. Mache dir ein Bild von der Situation und der Stimmung. Zu einer erfolgreichen Kommunikation gehört ja nicht nur der richtige Adressat, sondern es muss auch der richtige Moment sein.
  2. Autopilot aus. Wenn dich jemand etwas fragt oder du mitten in einem Gespräch bist, nimm dir die Zeit, deine Antwort zu überlegen und bewußt zu entscheiden, ob und wie du antworten möchtest. Folge nicht unüberlegt dem direkten Impuls zur Antwort. Manchmal ist es vorteilhaft, zunächst weitere Informationen einzuholen oder auch zu Schweigen. 
  3. Sende Ich-Botschaften. Im Zentrum deiner Kommunikation steht in den meisten Fällen ein berechtigtes Bedürfnis deinerseits. Achte auf deine Formulierung und kommuniziere mit Ich-Botschaften (z.B. Ich möchte ... / Ich fühle ... / Ich bitte ...)
  4. Offenheit und Transparenz. Gib deinem Gesprächspartner die Möglichkeit, deine Argumente nachzuvollziehen. Informiere z.B. in einem Nebensatz über deine Motive, Gründe oder Bedürfnisse. (Beispiel: Ich brauche mehr Zeit für mich selbst, weil ich sonst den Stress nicht verarbeiten kann, den ich aktuell auf der Arbeit habe.)
  5. Kommuniziere mit Wertschätzung. Achte auch in kritischen Gesprächssituationen auf Positives oder Gemeinsamkeiten und sprich diese an. Für die meisten Menschen sind Respekt und Anerkennung besonders in schwierigen Situationen wichtig und erhöhen die Bereitschaft, einen Kompromiss zu finden.